| Bericht vom 3. Enneagrammtag in Halle am 8. Januar 2011 |
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Es war das dritte Enneagramm Seminar, an dem ich am 8. Januar 2011 teilnehmen konnte. Wir trafen uns wieder im Martin Luther Haus. Die ersten bekannten Gesichter, die mich morgens um 10.00 Uhr freundlich anlächelten, aber auch wieder neue Menschen, die den großen Kreis erweitern. Jeder ist willkommen, das ist sofort deutlich zu spüren. Die Begrüßung durch Friedrich-Karl Völkner und Gaby Schramm (in der Weiterbildung zur Enneagrammtrainerin) verstärkte das Gefühl. Das Lied „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ habe ich gerne mitgesungen; in Erwartung, was mir dieser Tag wohl an neuen Gedanken und Erkenntnissen bringen wird?
Vor gut 20 Jahren habe ich das Enneagramm kennengelernt. Es unterscheidet neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und beschreibt ihre Beziehungen zueinander. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für "neun" und gramma bedeutet "Zahl". Als Sozialarbeiterin überraschte es mich damals nicht, nach dem Modell eine typische „2“ zu sein. Es erschien mir „rund“, deshalb habe ich es im Laufe der Jahrzehnte vermutlich aus den Augen verloren. Nach meinem Umzug ist es mir hier in Halle am 9. Januar 2010 erneut begegnet. Ich wusste noch: in Veränderungsprozessen ist das Enneagramm hilfreich; es trägt dazu bei, sich selbst, den Mitmenschen und zugleich dem Religiösen neu und vertieft zu begegnen. Die beiden ersten Treffen verdeutlichten mir meine Veränderungsprozesse hin zur „3“, was nicht immer angenehm wahrzunehmen ist.... Aber das Enneagramm zeigt nun mal innere Wege der Reifung und Verwandlung.
Es war für mich wieder spannend, auch bei unserem dritten Treffen das Phänomen zu erleben, wie schnell sich die verschiedenen Persönlichkeitstypen gesucht, gefunden und verstanden haben. Wir haben z.B. einen Bogen ausgefüllt, in dem wir Fragen beantworteten, z.B. wie wir persönlich reagieren, wenn uns im letzten Moment ein Parkplatz vor den Augen weggenommen wird oder sich jemand in einer persönlichen Begegnung plötzlich wegdreht, um sich jemand anderem zuzuwenden, der unverhofft auf der Bildfläche erscheint. Situationen, die jeder kennt. Im Austausch mit anderen stellten wir fest, dass die verschiedenen Persönlichkeitstypen nicht nur Ähnlichkeiten in den Reaktionen zeigten, sondern zum Teil sogar dieselben Worte verwendeten ...
In den Befragungen (Panels) lernten wir einzelne Enneagrammtypen intensiver kennen und verstehen. Die offenen Fragen von Friedrich-Karl und Gaby ließen uns entdecken und erfahren, welche Motive oder Emotionen die unterschiedlichen Typen antreiben. Am Nachmittag lernten wir mit Hilfe der Methode „Der Rat der Weisen“ wahrzunehmen, wie hilfreich die unterschiedlichen Einstellungen und Haltungen der 9 verschiedenen Enneagrammtypen bei der Lösung von Problemen sein können. Gerade diese oft völlig unterschiedlichen Sichtweisen helfen uns, Dinge in neuem Licht zu sehen. Jedes Persönlichkeitsmuster hat eine bestimmte Weltsicht und betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter. Es wird möglich zu erklären, warum Menschen sich auf eine bestimmte Weise und nicht anders verhalten. Damit trägt das Enneagramm viel zum Verständnis für andere bei. Angelika Kuhlmann
Herzlichen Dank an Friedrich-Karl und Gaby, die den Tag gemeinsam so lebendig und interessant gestaltet haben, dass der Wunsch nach „mehr !“am Ende des intensiven Tages im Raum stand. Dieser 3. Enneagrammtag zeigte wieder Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung im Austausch mit anderen. Und wer möchte sich nicht weiterentwickeln? Angelika Kuhlmann
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